opensync mit dem Nokia 9300i

openSUSE Nachdem ich in letzter Zeit regelmäßig bei der Audi AG in Ingolstadt unterwegs bin und dort mein Nokia E90 nicht benutzen kann, weil es eine Kamera hat, habe ich mir eine Alternative zugelegt: einen guten alten Nokia 9300i.

Zunächst hatte ich einige Probleme, den Communicator mit meinem Kontact zu synchronisieren, aber jetzt habe ich eine opensync-Konfiguration gefunden, die ziemlich gut funktioniert.
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GPRS in Kyrgyzstan

openSUSE Seit dem 4.7. bin ich wieder einmal im schönen Kirgisistan. Hier ändert sich jedes Jahr alles und nichts, es ist faszinierend, zu beobachten wie die Kirgisen durch Bishkek wuseln. Man fühlt sich wie in einem Ameisenhaufen. Auch wenn alles sehr chaotisch wirkt, funktioniert das Leben hier doch auf eine interessante Weise unproblematisch. Wenn man die deutsche Eigenschaft des Vorausplanens abgelegt hat, kann man auch ganz gut alles so realisieren wie man sich das vorstellt.

Das beste Beispiel ist der Zugang zum Internet via GPRS. Wie in etlichen anderen Entwicklungsländern auch ist hier als mobiler Internetanschluss eher CDMA verbreitet. Nun spricht mein treuer Begleiter E90 leider kein CDMA, so dass ich ihn mit MegaCom bekannt machen musste. Nach anfänglichen Problemen funktioniert das auch sehr gut. Die Geschwindigkeit ist akzeptabel.

Was man benötigt ist folgende wvdial.conf:

[E90]
Modem = /dev/ttyACM0
Baud = 460800
SetVolume = 0
Dial Command = ATDT
FlowControl = NOFLOW

[Dialer MegaCom]
Username = internet
Password = internet
Phone = *99#
Stupid Mode = 1
Init1 = ATZ
Init2 = ATQ0 V1 E1 S0=0 &C1 &D2 +FCLASS=0
Init3 = AT+CGDCONT=1,"IP","internet"
Inherits = E90

Der erste Teil ist spezfisch für mein Handy (Nokia E90), der zweite Teil ist für MegaCom.
Nutzername und Passwort braucht man eigentlich nicht, aber wvdial möchte das gerne haben. Die Rufnummer für den Datendienst ist *99#, wie in Deutschland auch bei mittlerweile fast allen Anbietern. Wichtig ist für MegaCom der dritte Init, denn damit wird der APN gesetzt.

Ein wvdial --config=wvdial.conf MegaCom reicht dann, um die Internetverbindung herzustellen. Man kann die Konfigurationsdaten auch wunderbar via YaST für kinternet verwenden.

Was man sonst noch für MegaCom wissen muss:

  • *500# liefert einem wieviel Som man noch auf der Karte hat
  • *181#3# schaltet die Karte für GPRS frei (kostet nichts 🙂
  • *181#1# schaltet den Billig-Tarif frei, so dass jedes Megabyte rund um die Uhr nur 2,95 Som kostet (kostet einmalig 15 Som und dann jeden Tag einen Som)
  • *181#0# schaltet den Billig-Tarif wieder aus – das kostet nichts

Damit macht das E-Mail-Lesen wieder spaß, Chats via Skype sind auch möglich, allerdings kein VoIP. Das kann man hier aber auch an jeder Straßenecke für ein paar Eurocent haben.

Nokia E90 mit udev

openSUSE Das E90 von Nokia und vermutlich etliche andere Handys, die per USB angeschlossen werden können, verleiten etliche Leute zu ziemlicher Akrobatik, was chmod unter /dev angeht. Störend ist das vor allem, wenn man mit opensync oder ähnlichen Tools zugreifen will.

Es gibt aber auch eine sehr schöne, saubere, geradzu elegante Lösung.
Man überlädt die udev-Regeln, die von openSUSE mitgebracht werden.

Für openSUSE 11.1 funktioniert das wie folgt:

Normalerweise werden die Gerätedateien unterhalb von /dev/bus/usb nach einer Regel angelegt, die in der Datei /lib/udev/rules.d/50-udev-default.rules steht. (Bei openSUSE 11.0 lag die Datei noch unter /etc/udev).
Die Regel lautet:

# libusb device nodes
SUBSYSTEM=="usb", ENV{DEVTYPE}=="usb_device", NAME="bus/usb/$env{BUSNUM}/$env{DEVNUM}", MODE="0644"

Diese Regel bewirkt, dass die Gerätedatei unterhalb von /dev/bus/usb mit dem Modus 644 angelegt wird. Außerdem gehört sie standardmäßig root:root.

Da die Datei bei einem Update wieder überschrieben würde, muss eine neue Datei anlegt werden, die /etc/udev/rules.d/99-local.rules heißen soll. 99 damit sie nach den Default-Regeln gelesen wird.
In diese Datei wird folgende Regel geschrieben:

# libusb device nodes
SUBSYSTEM=="usb", ENV{DEVTYPE}=="usb_device", NAME="bus/usb/$env{BUSNUM}/$env{DEVNUM}", MODE="0664"

Damit gehören die Gerätedateien in Zukunft der Gruppe uucp und alle Mitglieder der Gruppe können auf die Dateien schreiben.

Um in diese Gruppe zu gelangen, muss in der Datei /etc/group der Nutzeraccount bei der Gruppe root ergänzt werden: root:x:1:gustav

Das war’s schon. Funktioniert prima.