David J. Anderson: Kanban

David J. Anderson: Kanban
David J. Anderson: Kanban

Andersons Kanban-Buch kann man als Meilenstein des Change Managements im IT-Bereich betrachten. Nicht nur, dass es Anderson gelang, mit Kanban eine konsequente Übertragung der Prinzipien des Lean Manufacturing auf den Bereich der Softwareentwicklung zu übertragen. Vielmehr hat er es geschafft, darüber hinaus die Einführung solcher Prinzipien methodisch so aufzubereiten, dass es Managern möglich wird, die notwendigen Veränderungen systematisch durchzuführen.

Das Buch ist in vier Teile gegliedert.
Zunächst wird dem Leser das Dilemma des agilen Managers, nämlich die Suche nach einer konstanten Arbeitsgeschwindigkeit und die grundlegende Funktionsweise eines Kanban-Systems nahegebracht. Danach erläutert Anderson die fünf Schritte, die eine Einführung von Kanban ermöglichen und erklärt anhand von Beispielen aus seiner Management-Praxis, wie sie umgesetzt werden können. Abgeschlossen wird der zweite Teil des Buches mit einer Betrachtung von Kaizen-Kultur.

Im dritten Teil geht es dann mit den praktischen Fragestellungen richtig los. Visualisieren der Prozesse, Einsatz von Kanban zur Koordination, Lieferrhythmen und Work-in-Progress-Limits, um ein paar Stichworte zu nennen. Natürlich geht Anderson auch auf Reporting, Metriken zum Monitoring des Fortschritts und des Reifegrades der Kanban-Implementierung und auf das Thema Skalierung ein. Extrem positiv fallen die vielen verschiedenen Szenarien auf, anhand derer Anderson seine Ideen erklärt.

Der vierte Teil beschäftigt sich mit Problemen, die sich auf die kontinuierliche Verbesserung des Kanban beziehen, wie Variabilität bei den Aufgaben und begrenzt verfügbaren Ressourcen. Abgeschlossen wird das Buch durch den Kanban-Einführungsbericht eines Unternehmens.

Was mir nicht gefallen hat, war Andersons Bashing von Daily Standup Meetings. Hier gehen unsere Meinungen weit auseinander, insbesondere, weil das Standup Koordinationsaufwände transparent macht – etwas, das Anderson immer wieder als wichtig beschreibt. Die deutsche Übersetzung ist an einigen Stellen holprig, referenziert zum Teil völlig anders beschriftete Abbildungen und – das hätte ich bei einem korrigierten Nachdruck nicht erwartet – strotzt nur so vor Rechtschreibfehlern.

Fazit: Das Buch gehört zu den Must-Reads für Agilisten, denn viele Konzepte aus der Welt des Lean können auch in Scrum und Extreme Programming erfolgreich angewandt werden.

Eine Lanze für Junior ScrumMaster

Zu Zeiten in denen ich als ScrumMaster von Team zu Team durch die Welt reiste, war eine Frage, die mir häufig begegnete:
Wieviel Entwicklungserfahrung haben Sie denn?

Ich fand das immer seltsam. Viel interessanter wäre doch die Frage gewesen:
Wieviele Teams sind mit Ihnen erfolgreich agil geworden?

Aus irgendeinem Grund regiert aber der Glaube, ScrumMaster müssten erfahrene Entwickler sein. Das habe ich auch in vielen Unternehmen, die ich begleitet habe, erlebt. Der Karrierepfad eines ScrumMasters begann in der Regel erst, wenn man bereits Senior Entwickler war. Dabei sind die Fähigkeiten eines Senior Entwicklers völlig andere als man die für die Rolle des ScrumMasters benötigten.
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Lokale Umgebungen für Perl, Python und Ruby

Hin und wieder hat man auf einem System keine root-Rechte oder möchte diese nicht nutzen. Und oft will man gerade in solchen Situationen Perl-Module, Ruby Gems oder Python Eggs verwenden, die auf dem System nicht verfügbar sind. Erfreulicherweise bieten alle diese Sprachen Mechanismen an, mit denen sich Erweiterungen im Heimatverzeichnis des Benutzers installieren lassen.
Wie das im Einzelnen geht, beschreibt dieser Artikel.

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