Einheit Story Points?

Nach der Frage um den Sinn des Schätzens und den Storys der Größe 1 drehte sich die dritte Frage, die ich auf der Agile World diskutieren durfte, war ob Schätzgrößen Einheiten haben oder nicht.

Mike Cohn schreibt in seinem Blog, dass die Größe von Backlog Items eine nicht spezifizierte Funktion aus Risiko, Aufwand und Unsicherheit ist. In einem anderen Artikel schreibt er, dass es einen Zusammenhang zwischen Aufwand und Größe einer User Story gibt.

In der Diskussion auf der Agile World kam die Aussage auf, Story Points wären eine einheitenlose Größe (Quantity). Das kann nicht korrekt sein, denn Story Points beschreiben lediglich die Größe (Size) von Backlog Items. Das könnte man auch mit T-Shirt Sizes oder anderen abstrakten Mechanismen erreichen. Tatsächlich kann man sogar eine Umrechnung von Story Points in T-Shirt-Sizes definieren. Demzufolge können Story Points keine Größe (Quantity) sein. Und tatsächlich sind Story Points keine quantifizierende Eigenschaft von Backlog Items, sondern nur die Maßeinheit des Wert einer solchen Größe (Quantity), nämlich der Größe (Size) des Backlog Items. Die Größe (Size) des Backlog Items ist – nach Mike Cohn – eine Funktion f(Aufwand, Risiko, Unsicherheit) und mit einer gewissen statistischen Unsicherheit – die aus Risiko, Unsicherheit und Schätzfehlern resultiert – in Aufwand umrechenbar ist.

Bestätigt wird das auch durch den üblichen Sprachgebrauch. Mir ist noch niemand begegnet, der von den Story Points seines Backlogs als Eigenschaft gesprochen hätte. Man spricht immer nur von der Größe des Backlogs in Story Points. Oder T-Shirt Sizes. Oder Schokostreuseln.

Der Trugschluss, Story Points seien keine Einheit, kommt meiner Meinung nach daher, dass man vermeiden möchte, auf eine feste Formel festgenagelt zu werden, mit der man Story Points in Aufwand umrechnen soll. Ich kann mir gut vorstellen, dass es Leute gibt, die solche Dinge verlangen. Dass es nur mit statistischer Varianz möglich ist, zeigt Mike Cohn in dem oben zitierten Artikel. Und dass man es nicht benötigt, weil man auch ohne Umrechnung zu den Aussagen kommt, die relevant sind, wird von Henrik Kniberg in seinem Product Owner in a Nutshell erklärt.

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