Mike Cohn: User Stories Applied

Mike Cohn: User Stories Applied
Mike Cohn: User Stories Applied

User Stories Applied ist nach wie vor das Standard-Werk, wenn es um das Erstellen, Verwalten und Schätzen von User Stories geht. Mike Cohns Buch ist für Anfänger, die gerade beginnen, sich mit User Stories zu beschäftigen, ebenso gut geeignet wie als Inspriration für alte Hasen.

Im ersten, einführenden Teil erklärt der Cohn, was User Stories und Akzeptanztests eigentlich sind. Dabei erklärt er das Schreiben von Stories anhand des INVEST Paradigmas von Bill Wake. Wichtig fand ich das Kapitel 3 über die Benutzerrollen, denn das ist in meinen Augen der ideale Einstieg in einen Story-Workshop. Der Story-Workshop wird in Kapitel 4 als eine Möglichkeit vorgestellt, zu Ideen für User Stories zu kommen. Andere beschriebene Alternativen sind Fragebögen, Interviews und Beobachten von Benutzern. In Kapitel 5 erklärt Cohn, welche Rollen als User Proxy zum Einsatz kommen können und welche Stärken und Schwächen diesen Rollen anhaften. Ein wichtiges Kapitel, denn leider gibt es zu häufig keinen Kontakt zwischen den Entwicklungsteams und den Nutzern. Wie man Akzeptanztests für die User Stories erstellt, wie viele man benötigt und was sie beinhalten sollten wird im darauf folgenden Kapitel erklärt. Beendet wird der erste Teil des Buches einem Kapitel, das zusammenfasst, wie man gute User Stories schreibt. Man sollte mit klaren Zielen anfangen, große Stories aufteilen, das User Interface erst sehr spät beschreiben und noch einiges mehr.

Der zweite Teil des Buches beschäftigt sich mit Fragen rund um das Planen mit und das Schätzen von Stories. Zunächst geht Mike Cohn auf die Idee der Story Points ein. Er erklärt, warum es wichtig ist, dass das Team die User Stories gemeinsam schätzt. In Kapitel 9 wird erklärt, wie man ein Release mit User Stories plant. Kapitel 10 macht deutlich, wie die Arbeit mit User Stories in Interationen erfolgen kann (z.B. Sprints in Scrum). Zum Abschluß des zweiten Teils erklärt Cohn noch, wie die Velocity gemessen werden kann, wie sie bei der Planung hilft und wozu Burn Down Charts eingesetzt werden können.

Alle Themen, die nicht in die beiden ersten Teile passen, aber wichtig sind, werden im dritten Teil „Frequently Discusses Topics“ besprochen. Das erste dieser Themen ist in Kapitel 12 die Frage, was User Stories nicht sind, gefolgt von einem Kapitel zur Frage, warum man User Stories benutzen sollte. Kapitel 14 stellt einige Story Smells vor, die leider immer wieder passieren und in Kapitel 15 geht Cohn kurz auf das „Dream-Team“ User Stories mit Scrum ein. Abgeschlossen wird der dritte Teil mit verschiedenen Randthemen wie der Frage, nach den Zusammenhängen von Bugs und User Stories aus Anforderungs- und Planungssicht.

Das Buch wird durch einen vierten Teil abgerundet, in dem in mehreren Kapiteln ein Beispiel durchgesprochen wird. Dieser Teil ist im Wesentlichen für Einsteiger interessant, die Orientierung für das Handwerk benötigen.

Wie eigentlich alles, was Mike Cohn schreibt, kann ich auch dieses Buch wärmstens empfehlen.

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